IW-Prognose - Immobilienmarkt bis 2025

Wohnimmobilienmarkt Deutschland bis 2035

Moderates Wachstum mit wachsender regionaler Kluft

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt hat turbulente Jahre hinter sich – von der Niedrigzins-Euphorie bis zur Zinswende. Nun zeichnet sich laut Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft ein stabilerer, aber differenzierter Wachstumspfad ab. Bis 2035 sollen die Preise weiter steigen – jedoch längst nicht mehr so dynamisch wie in der Vergangenheit und vor allem mit erheblichen regionalen Unterschieden.

Langfristige Preisentwicklung: Stabil, aber gedämpft

Die IW-Prognose geht davon aus, dass Wohnimmobilienpreise in Deutschland langfristig moderat wachsen. Inflationsbereinigt entspricht dies etwa 1,0 bis 1,1 % pro Jahr bis 2035. Nominal – also unter Berücksichtigung einer angenommenen Inflation von rund 2 % – ergibt sich ein jährlicher Anstieg von etwa 3,1 %. Konkret bedeutet das: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis steigt von rund 3.000 Euro (2025) auf etwa 4.100 Euro (2035).
Bereits ab 2027 dürfte das Preisniveau des Hochs von 2022 wieder erreicht werden. Dennoch bleibt klar: Die extremen Preissprünge der Niedrigzinsphase werden sich laut IW auf absehbare Zeit nicht wiederholen.

Kurzfristige Einflussfaktoren: Zinsen und Transformation

Kurzfristig bleibt der Markt stark von klassischen Faktoren abhängig. Dazu gehören
die Finanzierungskosten, die weiterhin der wichtigste Treiber sind. Aber auch die wirtschaftliche Stärke beeinflusst die Nachfrage und Investitionsbereitschaft bei Wohnimmobilien. Zudem verändert der Umbau hin zu klimaneutralen Technologien ganze Industrien. Gerade Regionen mit starker Abhängigkeit von energieintensiven Branchen oder der Automobilindustrie, wie zum Beispiel der Volkswagen-Konzern in Wolfsburg, stehen vor großen strukturellen Herausforderungen. Veränderungen in Wertschöpfungsketten und neue Technologien können Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt auslösen – mit direkten Folgen für die Immobiliennachfrage.

Langfristige Treiber: Demografie und Standortqualität

Auf lange Sicht verschieben sich die entscheidenden Einflussfaktoren. Dazu gehört die demografische Entwicklung: Bevölkerungswachstum oder -rückgang beeinflusst die Nachfrage massiv. Auch die wirtschaftliche Einbindung ist wichtig. Regionen profitieren davon, wenn sie gut an dynamische Arbeitsmärkte angebunden sind. Außerdem gewinnen Infrastruktur und Erreichbarkeit, Pendlerverbindungen und Verkehrsnetze immer mehr an Bedeutung.
Fakt ist: Regionen, die den Strukturwandel erfolgreich meistern, können langfristig profitieren.

Fazit: Stabiler Aufwärtstrend mit klaren Risiken

Die IW-Prognose zeichnet ein insgesamt positives, aber differenziertes Bild: Der deutsche Wohnimmobilienmarkt dürfte bis 2035 weiterwachsen – allerdings moderat und ohne die Dynamik vergangener Boomjahre. Gleichzeitig nimmt die regionale Ungleichheit deutlich zu. Während wirtschaftsstarke Regionen weiterhin profitieren, geraten schwächere Gebiete zunehmend unter Druck.
Für Investoren, Eigentümer und politische Entscheidungsträger bedeutet das: Lagequalität, wirtschaftliche Perspektiven und strukturelle Anpassungsfähigkeit werden wichtiger denn je.

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