Löwenbrunnen

Löwenbrunnen

Der Löwenbrunnen an der Fallersleber Straße in Höhe der Katharinenkirche wurde circa 1842/43 aufgestellt. Die Löwen (nach einem Entwurf des Bildhauers Johann Gottfried Schadow), die vierfach das Obelisk-Denkmal des Löwenwalls begrenzen, dienten als Vorbild.

Der Löwe und Braunschweig – eine tiefgehende Verbindung

Der Löwe hat zu Braunschweig eine viel weiter zurückreichende Beziehung: Durch den Mittelalter-Herzog Heinrich (um 1130-1195 Herzog von Sachsen und Bayern) aus dem Geschlecht der Welfen. Diese – eine der ältesten Adelsfamilien Europas – hatte schon vorher einen selbsternannten Bezug zum Alphatier Löwe, dem ältesten Machtsymbol der Menschheit. Heinrich gab sich den Beinamen – der Löwe. Braunschweig war seine Residenz – Damals ein machtpolitischer Höhepunkt in der langen und bewegten Geschichte Braunschweigs.

1915: Der wasserspeiende Löwe ist ein imposanter Anblick.
2015: Im Hintergrund erkennt man 1950-Jahre-Bauten, im Vordergrund den Brunnen, wie aus der Zeit gefallen.

Der Löwe ist überall in der Stadt präsent

Wir begegnen auch heute in unserer Stadt oft einer Beziehung zum Löwentier und seien es die Fußballer der Eintracht, die den Beinamen „die Löwen“ tragen und 1967 sogar Deutscher Fußballmeister wurden. Die Löwenplastik des Brunnens wurde vom gleichen Modell gefertigt, aus dem die vier Obelisken-Löwen am Löwenwall sind. Gegossen ebenso wie diese in einer Gießerei in Zorge im Harz, die das ursprüngliche Modell noch liegen hatte. Insgesamt gibt es 7 Löwen dieses Modells: 4 beim Obelisken, 2 für das Steintor, heute vor der Wolfenbütteler Bibliothek und der Löwenbrunnen. Das Brunnenwasser diente den Pferden und den Händlern des nahen Hagenmarktes vor der Katharinenkirche als Durstlöscher und zum Waschen.

Ein Laufbrunnen mit stetigem Wasserfluss

Gespeist wurde der Brunnen über eine Wasserleitung, die vom Jödebrunnen vor dem Fallersleber Tor über Pipen (hölzerne Wasserleitung) hergeführt wurde. Der Löwenbrunnen ist ein Laufbrunnen, der anders als ein Ziehbrunnen einen stetigen Wasserfluss hat und als zusätzlichen Unterschied ein Becken oder einen Trog besitzt. Die ältesten menschlichen Brunnen lassen sich circa 10.000 Jahre zurückverfolgen und standen im heutigen Israel und auf Zypern.

Ein Wenig beachtetes Schattendasein

Der Löwenbrunnen hat den 2. Weltkrieg, im Gegensatz zur Fallersleber Straße, unbeschadet überstanden. Bis zum Jahr 2003 wurde dieser aufgrund von Bauarbeiten an der Katharinenkirche auf dem Bauhof an der Ludwigstraße eingelagert und danach mit Hilfe der Richard-Borek-Stiftung im April 2012 wieder an annähernd alter Stelle errichtet. Ich denke, der Brunnen verdient es, beim nächsten Vorbeikommen ein wenig genauer unter die Lupe genommen zu werden, denn er führt ein unbeachtetes Schattendasein. Aber wenn Sie dem Löwen genau ins Antlitz schauen, können Sie ein kleines Lächeln erkennen.

Dieser Artikel ist ein Teil der Magazinreihe „Damals & heute“, herausgegeben von FUNKE Medien Niedersachsen GmbH. Text von Dirk Teckentrup – Ihr Immobilienmakler Braunschweig.

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