Höhe

Höhe

Die Straße Höhe liegt im nördlichen Innenstadtbereich und führt vom Marstall bis zur Küchenstraße/Hagenbrücke. Schon 1289 wird hier die Bezeichnung de hoghe erwähnt, ab 1315 uppe der hoghe, um 1798 Auf der Höhe. Höhe daher, weil das Neustadtrathaus und die unmittelbare Umgebung auf einer kleinen Geländekuppe liegen, die 2 m über den umgebenden Boden „heraus ragt“. Die abgebildete Ansichtskarte ist von 1912. Wir sehen, dass vor 1944 hier fast ausschließlich Fachwerkhäuser standen. Die Bomben des Zweiten Weltkriegs legten dieses Ensemble in Schutt und Asche. Die Wiederbebauung der rechten Straßenseite (Ansicht 2016) besteht aus nüchterner Nachkriegsarchitektur. Links vermittelt das nach Teilzerstörung 1974 wieder aufgebaute Neustadtrathaus (auf der alten Ansicht etwas rechts der Mitte mit der rechten Außenmauer zu sehen) einen alten Bezugspunkt. Ebenso auf dieser Straßenseite sehen wir den Abschluss des 1980/82 gebauten Wohn- und Geschäftskomplexes am Welfenhof mit der bekannten Passage sowie einer Tiefgarage, deren östliche Einfahrt in „schönster“ Betonarchitektur ins Blickfeld kommt.

 

1910: Kinderspielplätze gab es damals noch nicht. Die Straßen wurden zum Spielen genutzt.
2016: Wohn- und Geschäftskomplex am Welfenhof mit Passage und Tiefgarage Ein Zweckbündnis aus Stein und Beton.

Tiefgaragen als Schutzräume

Tiefgaragen sind eine relativ moderne Erfindung. Seit den 50er Jahren des 20.Jahrhunderts., als die Verkehrsdichte zunahm und der Platz für PKWs in den Zentren der Städte knapp wurde, besann man sich darauf, auch unter die Erde zu gehen und baute große unterirdische Garagen auch auf mehreren Etagen. In den 60er und 70er Jahren, der Zeit des „Kalten Krieges“, wurden Tiefgaragen zusätzlich als Schutzräume ausgelegt, um Teilen der Bevölkerung bei einem Angriff Unterschlupf zu bieten. Heute, in Zeiten, da der VW Polo die Maße eines früheren Golfs angenommen hat und die neue Klasse der Vans ihre Verbreitung findet, sind die Stellplätze in älteren Tiefgaragen oft eng bemessen und stellen manchen Fahrer vor ein Problem. Wenigstens sind die Parkgebühren in Braunschweig im Vergleich zu Hannover oder Hamburg noch relativ human. In den großen Metropolen wie New York oder Tokio finden sich heute auch unterirdische Garagen, in denen sich sogenannte Stapelgaragen befinden. Viele Autos untereinander, die auf Anforderung (einem Fahrstuhl gleich) hochgefahren werden, so wird auch in der Tiefe Platz gespart. Ein Computer koordiniert, dass auch immer der richtige Wagen nach oben kommt.
Überregional bekannt geworden ist der Brand in der Braunschweiger Magni-Tiefgarage im Juli 2014, bei dem über 200 Fahrzeuge beschädigt wurden und ein Millionenschaden entstand. Veraltete Sicherheitstechnik und wohl auch schlampige Wartung der Garage hatten zum Großbrand geführt. Um die Schadensregulierung gibt es bis heute (2016) Streit. Sicher ist nur, dass der Halter des verursachenden Fahrzeugs aufgrund beschränkter Haftungshöhen seiner Versicherung ein Problem hatte.
Um 1900 gab es viele Kinder
Die vielen Kinder der alten Ansicht zeigen uns, es gab eine hohe Geburtenrate, die Alterspyramide war noch eine. 1900 bekam die durchschnittliche verheiratete deutsche Frau 4,4 Kinder und heute 1,47. Auf der anderen Seite, wer sagt, dass wir immer mehr Menschen brauchen, auch gesundes Schrumpfen kann gut sein, wir müssen nur die Sozialsysteme darauf einstellen. Japan kann hier ein Vorbild sein. Dazu gehört nur ein bisschen politischer Wille und mit der anstehenden Produktionsrevolution der sogenannten Industrie 4.0 ist eine solche Entwicklung auch möglich, da zukünftig die Produktionsprozesse durch Computertechnik und Roboter immer weniger arbeitende Menschen benötigen.

Dieser Artikel ist ein Teil der Magazinreihe „Damals & heute“, herausgegeben von FUNKE Medien Niedersachsen GmbH. Text von Dirk Teckentrup – Ihr Immobilienmakler Braunschweig.

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